Thales Fragmente 02.02.16

Thales, Fragmente

983b
fr. A12: Wasser als Archē (Arist., Mph. A3, 983b17–33)
Kommentar / Übersetzung
17


20




25




30
Δεῖ γὰρ εἶναί τινα φύσιν ἢ μίαν ἢ
πλείους μιᾶς ἐξ ὧν γίγνεται τἆλλα σωζομένης ἐκείνης. Τὸ
μέντοι πλῆθος καὶ τὸ εἶδος τῆς τοιαύτης ἀρχῆς οὐ τὸ αὐτὸ
πάντες λέγουσιν, ἀλλὰ Θαλῆς μὲν ὁ τῆς τοιαύτης ἀρχηγὸς
φιλοσοφίας ὕδωρ φησὶν εἶναι (διὸ καὶ τὴν γῆν ἐφ᾽ ὕδατος
ἀπεφήνατο εἶναι), λαβὼν ἴσως τὴν ὑπόληψιν ταύτην ἐκ τοῦ πάν-
των ὁρᾶν τὴν τροφὴν ὑγρὰν οὖσαν καὶ αὐτὸ τὸ θερμὸν ἐκ τούτου
γιγνόμενον καὶ τούτῳ ζῶν (τὸ δ᾽ ἐξ οὗ γίγνεται, τοῦτ᾽ ἐστὶν
ἀρχὴ πάντων) – διά τε δὴ τοῦτο τὴν ὑπόληψιν λαβὼν ταύτην
καὶ διὰ τὸ πάντων τὰ σπέρματα τὴν φύσιν ὑγρὰν ἔχειν·
τὸ δ᾽ ὕδωρ ἀρχὴν τῆς φύσεως εἶναι τοῖς ὑγροῖς. Εἰσὶ δέ
τινες οἳ καὶ τοὺς παμπαλαίους καὶ πολὺ πρὸ τῆς νῦν γενέ-
σεως καὶ πρώτους θεολογήσαντας οὕτως οἴονται περὶ τῆς φύ-
σεως ὑπολαβεῖν· Ὠκεανόν τε γὰρ καὶ Τηθὺν ἐποίησαν τῆς
γενέσεως πατέρας, καὶ τὸν ὅρκον τῶν θεῶν ὕδωρ, τὴν καλου-
μένην ὑπ᾽ αὐτῶν Στύγα τῶν ποιητῶν· τιμιώτατον μὲν γὰρ
τὸ πρεσβύτατον, ὅρκος δὲ τὸ τιμιώτατόν ἐστιν.
[Übersetzung]
Denn es muss eine gewisse Natur vorhanden sein, entweder eine oder mehr als eine, woraus das übrige entsteht, während jene erhalten bleibt. Doch über die Menge und die Form einer derartigen Archē sagen nicht alle dasselbe, aber Thales, der Pionier einer derartigen Philosophie, sagt, dass es Wasser ist (weshalb er auch erklärte, dass die Erde sich auf Wasser befinde), wobei er vielleicht diese Annahme auf Grund der Beobachtung machte, dass die Nahrung aller Dinge feucht ist und das Warme selbst aus diesem „wird“ und durch dieses lebt (das aber, woraus es „wird“, das ist die Archē von allem); deswegen machte er offenbar diese Annahme und auch, weil die Samen aller Dinge eine feuchte Natur haben; das Wasser ist aber für alles Feuchte Archē seiner Natur. Manche meinen aber auch, dass die sehr alten Vorläufer und die lange vor unserer Generation und zuerst über die göttlichen Dinge nachgedacht haben, die gleiche Annahme über die Natur gemacht hätten; denn Okeanos und Tethys stellten sie sich als die Eltern des Werdens vor und den Eid der Götter als Wasser, der von den Dichtern sogenannte Styx; denn das Älteste ist am ehrwürdigsten, der Eid aber ist das Ehrwürdigste.
411a
fr. A22: Pantheismus (Arist., De an. I5, 411a7f.)
 
7
Kαὶ ἐν τῷ ὅλῳ δή τινες αὐτὴν μεμῖχθαί
φασιν, ὅθεν ἴσως καὶ Θαλῆς ᾠήθη πάντα πλήρη θεῶν εἶναι.
[Übersetzung]
Und nach einigen sei sie [die Seele] mit dem All vermischt, weshalb vielleicht auch Thales glaubte, dass alles voller Götter ist.
405a
fr. A22: Hylezoismus (Arist., De an. I2, 405a19–21)
 
19
Ἔοικε δὲ καὶ Θαλῆς ἐξ ὧν ἀπομνημονεύουσι κινητικόν
τι τὴν ψυχὴν ὑπολαβεῖν, εἴπερ τῆν λίθον ἔφη ψυχὴν ἔχειν,
ὅτι τὸν σίδηρον κινεῖ.
[Übersetzung]
Auch Thales scheint den Berichten zufolge die Seele als etwas Bewegliches verstanden zu haben, wenn er denn gesagt hat, der Magnetstein habe Leben (Seele), weil er das Eisen bewegt.
1,24
fr. A1: Hylezoismus (Diogenes Laertios 1,24)
 
Ἀριστοτέλης δὲ καὶ Ἱππίας φασὶν αὐτὸν καὶ τοῖς ἀψύχοις μεταδιδόναι ψυχάς, τεκμαιρόμενον ἐκ τῆς λίθου τῆς μαγνήτιδος καὶ τοῦ ἠλέκτρου.
[Übersetzung]
Αristoteles und Hippias berichten, er habe auch dem Leblosen eine Seele zugeteilt. Er habe das aus dem Magnet- und em Bernstein geschlossen.
1,74
fr. A5: Sonnenfinsternis (Herodot 1,74,2)
 
2
Συνήνεικε ὥστε τῆς μάχης συνεστεώσης τὴν ἡμέρην ἐξαπίνης νύκτα γενέσθαι. Τὴν δὲ μεταλλαγὴν ταύτην τῇ ἡμέρης Θαλῆς ὁ Μιλήσιος τοῖσι Ἴωσι προηγόρευσε ἔσεσθαι, οὖρον προθέμενος ἐνιαυτὸν τοῦτον ἐν τῷ δὴ καὶ ἐγένετο ἡ μεταβολή.
[Übersetzung]
Es ereignete sich, dass der Tag, während die Schlacht stattfand, plötzlich zur Nacht wurde. Dieses Umschlagen des Tages hatte Thales aus Milet den Ioniern vorhergesagt und als Termin dafür eben das Jahr angegeben, in dem der Umschlag sich wirklich ereignete.