Anaximander Fragmente 14.02.16

Anaximander, Fragmente

1,1
fr. A9 (enth. B1): Apeiron (Simplikios, Phys. 24,13)
Kommentar / Übersetzung
Τῶν δὲ ἓν καὶ κινούμενον καὶ ἄπειρον λεγόντων Ἀναξίμανδρος μὲν Πραξιάδου Μιλήσιος Θαλοῦ γενόμενος διάδοχος καὶ μαθητὴς „ἀρχήν“ τε καὶ στοιχεῖον εἴρηκε „τῶν ὄντων τὸ ἄπειρον“, πρῶτος τοῦτο τοὔνομα κομίσας τῆς ἀρχῆς. λέγει δ αὐτὴν μήτε ὕδωρ μήτε ἄλλο τι τῶν καλουμένων εἶναι στοιχείων, ἀλλ ἑτέραν τινὰ φύσιν ἄπειρον, ἐξ ἧς ἅπαντας γίνεσθαι τοὺς οὐρανοὺς καὶ τοὺς ἐν αὐτοῖς κόσμους· „ἐξ ὧν δὲ ἡ γένεσίς ἐστι τοῖς οὖσι, καὶ τὴν φθορὰν εἰς ταῦτα γίνεσθαι κατὰ τὸ χρεών· διδόναι γὰρ αὐτὰ δίκην καὶ τίσιν ἀλλήλοις τῆς ἀδικίας κατὰ τὴν τοῦ χρόνου τάξιν“, ποιητικωτέροις οὕτως ὀνόμασιν αὐτὰ λέγων.
[Übersetzung]
Von den aber, die sagen, das Prizip sei eines, bewegt und unbegrenzt, hat Anaximander, Sohn des Praxiades, aus Milet, Nachfolger und Schüler des Thales, behauptet, Prinzip und Element der seienden Dinge sei das Apeiron, wobei er als erster diese Bezeichnung des Prinzips eingeführt hat. Er behauptet, dieses sei weder Wasser noch ein anderes der sogenannten Elemente, sondern eine bestimmte andere, unbegrenzte Natur, aus der alle Himmel und die darin befindliche Ordnung entstünden. Das Vergehen der seienden Dinge erfolge in die Elemente, aus denen sie entstanden seien, gemäß der Notwendigkeit: Denn sie zahlten einander Strafe und Buße für ihre Ungerechtigkeit nach der Ordnung der Zeit; so äußert er sich darüber in poetischeren Worten.
203b
fr. A15 (enth. B3): Eigenschaften des Apeiron (Arist., Phys. 203b 6f.)
 
6



10




15
Ἅπαντα γὰρ ἢ ἀρχὴ ἢ ἐξ ἀρχῆς,
τοῦ δὲ ἀπείρου οὐκ ἔστιν ἀρχή· εἴη γὰρ ἂν αὐτοῦ πέρας. ἔτι δὲ καὶ
ἀγένητον καὶ ἄφθαρτον ὡς ἀρχή τις οὖσα· τό τε γὰρ γενό-
μενον ἀνάγκη τέλος λαβεῖν, καὶ τελευτὴ πάσης ἐστὶ φθο-
ρᾶς. Διὸ καθάπερ λέγομεν, οὐ ταύτης ἀρχή, ἀλλ’ αὕτη τῶν
ἄλλων εἶναι δοκεῖ καὶ περιέχειν ἅπαντα καὶ πάντα κυβερ-
νᾶν, ὥς φασιν ὅσοι μὴ ποιοῦσι παρὰ τὸ ἄπειρον ἄλλας αἰ-
τίας οἶον νοῦν ἢ φιλίαν. καὶ τοῦτ’ εἶναι τὸ θεῖον· „ἀθάνατον
γὰρ καὶ „ἀνώλεθρον“, ὥς φησιν ὁ Ἀναξίμανδρος καὶ οἱ πλεῖ-
στοι τῶν φυσιολόγων.
[Übersetzung]
Denn alles ist entweder Archē oder aus einer Archē, vom Apeiron gibt es aber keine Archē, denn sonst hätte es eine Grenze. Da es aber eine Archē ist, ist es zudem nicht entstanden und unvergänglich; denn jedes Entstandene muss notwendigerweise an ein Ende kommen, und ebenso muss jedes Vergehen einen Abschluss haben. Darum gibt es, wie eben gesagt, keine Archē von dieser, sondern diese scheint Archē der anderen Dinge zu sein, alles zu umfassen und zu steuern, wie diejenigen behaupten, welche außer dem Apeiron keine andere Ursache – wie etwa Geist oder Liebe – annehmen. Und dies sei das Göttliche; denn es sei unsterblich und unzerstörbar, wie Anaximander und die meisten Naturphilosophen behaupten.
187a
fr. A11: Eigenschaft des Apeiron (Hippolytos, refut. 1,6,17)
 
Οὖτος ἀρχὴν ἔφη τῶν ὄντων φύσιν τινὰ τοῦ ἀπείρου, ἐξ ἧς γίνεσθαι τοὺς οὐρανοὺς καὶ τὸν ἐν αὐτοῖς κόσμον. ταύτην δὲ ἀίδιον εἶναι καὶ ἀγήρω.
[Übersetzung]
Dieser nannte die Archē des Seienden eine gewisse Natur, nämlich das Apeiron, aus der die Himmel und die Ordnung in ihnen entstanden seien. Diese Natur sei ewig und nicht alternd.
187a
fr. A9: Gegensätze (Arist., Phys. 187a 20f.)
 
20
Ἐκ τοῦ ἑνὸς ἐνούσας τὰς ἐναντιότητας ἐκ-
κρίνεσθαι, ὥσπερ Ἀναξίμανδρός φησι.
[Übersetzung]
Die Gegensätze befinden sich in dem Einen und scheiden sich aus ihm aus, wie Anaximander sagt.
150,24
fr. A9: Gegensätze (Simplikios, Phys. 150,24)
 
Ἐναντιότητες δέ εἰσι θερμόν, ψυχρόν, ξηρόν, ὑγρόν, καὶ τὰ ἄλλα.
[Übersetzung]
Gegensätze aber sind Warmes, Kaltes, Trockenes, Feuchtes usw.
1,1
fr. A6: Erdkarte (Agathermos 1,1)
 
Πρῶτος ἐτόλμησε τὴν οἰκουμένην ἐν πίνακι γράψαι.
[Übersetzung]
Er [Anaximander] hat als erster gewagt, die bewohnte Welt auf eine Karte zu zeichnen.
2,1
fr. A1: Himmelsglobus (Diogenes Laertios 2,1)
 



2
Εὗρεν [scil. Ἀναξίμανδρος] δὲ καὶ γνώμονα πρῶτος καὶ ἔστησεν ἐπὶ τῶν σκιοθήρων ἐν Λακεδαίμονι, καθά φησί Φαβωρῖνος ἐν Παντοδαπῇ ἱστορίᾳ, τροπάς τε καὶ ἰσημερίας σημαίνοντα· καὶ ὡροσκόπια κατεσκεύασε. Καὶ γῆς καὶ θαλάσσης περίμετρον πρῶτος ἔγραψεν, ἀλλὰ καὶ σφαῖραν κατεσκεύασε.
[Übersetzung]
Er [scil. Anaximander] erfand aber als erster den Gnomon und stellte ihn „auf den Sonnenuhren“ in Sparta auf, wie Favorin in seiner Bunten Geschichte berichtet; dieser zeigte ihm die Sonnenwende und die Tag- und Nachtgleiche an. Anaximander stellte auch Stundenanzeiger her und zeichnete als erster eine Karte der Erde und des Meeres, er stellte aber auch einen Himmelsglobus her.
2,1
fr. A11 (ent. B5): Schweben der Erde (Hippolytos, refut. 1,6,3)
 
3
τὴν δὲ γῆν εἶναι μετέωρον ὑπὸ μηδενὸς κρατουμένην, μένουσαν δὲ διὰ τὴν ὁμοίαν πάντων ἀπόστασιν. τὸ δὲ σχῆμα αὐτῆς γυρόν, στρογγύλον, κίονι λίθῳ παραπλήσιον· τῶν δὲ ἐπιπέδων, ᾧ μὲν ἐπιβεβήκαμεν , ὃ δὲ ἀντίθετον ὑπάρχει.
[Übersetzung]
[Anaximander sagt], die Erde schwebe und werde von nichts beherrscht, sondern verharre in Ruhe, weil ihr Abstand von allen [Seiten] gleich sei. Ihre Gestalt sei gebogen, rund, einer Steilsäule ähnlich: Wir laufen auf der einen ihrer Grundflächen, die andere ist dieser entgegengesetzt.