Anaxagoras Fragmente 12.03.16

Anaxagoras, Fragmente

fr. A1: Leben (Diog. Laert. 2,6) [161]
Kommentar / Übersetzung





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Ἀναξαγόρας Ἡγησιβούλου ἢ Εὐβούλου Κλαζομένιος. Οὗτος ἤκουσεν Ἀναξιμένους, καὶ πρῶτος τῇ ὕλῃ νοῦν ἐπέστησεν, ἀρξάμενος οὕτω τοῦ συγγράμματος, ὅ ἐστιν ἡδέως καὶ μεγαλοφρόνως ἡρμηνευμένον· Πάντα χρήματα ἦν ὁμοῦ· εἶτα νοῦς ἐλθὼν αὐτὰ διεκόσ-μησεν. Παρὸ καὶ Νοῦς ἐπεκλήθη.
[Übersetzung]
Anaxagoras, Sohn des Hegesibulos oder Eubulos, aus Klazomenai. Er war Schüler des Anaximenes und hat als erster der Nous übergeordnet, wobei er seine Schrift, die in anmutigem und erhabenem Stil verfasst ist, folgendermaßen begann: „Alle Dinge waren besammen; dann kam der Nous und ordnete sie.“ Daher trug er auch den Beinamen Nous.
fr. B1: Homöomerien (Simpl. Phys. 155,23) [164]
 





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Ὅτι δὲ Ἀναξαγόρας ἐξ ἑνὸς μίγματος ἄπειρα τῷ πλήθει ὁμοιομερῆ ἀποκρίνεσθαί φησιν πάντων μὲν ἐν παντὶ ἐνόντων, ἑκάστου δὲ κατὰ τὸ ἐπικρατοῦν χαρακτη-ριζομένου, δηλοῖ διὰ τοῦ πρώτου τῶν Φυσικῶν λέγων ἀπ' ἀρχῆς· Ὁμοῦ πάντα χρήματα ἦν, ἄπειρα καὶ πλῆθος καὶ σμικρότητα· καὶ γὰρ τὸ σμικρὸν ἄπειρον ἦν. Καὶ πάντων ὁμοῦ ἐόντων οὐδὲν ἔνδηλον ἦν ὑπὸ σμικρότητος· πάντα γὰρ ἀήρ τε καὶ αἰθὴρ κατεῖχεν, ἀμφότερα ἄπειρα ἐόντα· ταῦτα γὰρ μέγιστα ἔνεστιν ἐν τοῖς σύμπασι καὶ πλήθει καὶ μεγέθει.
[Übersetzung]
Dass Anaxagoras behauptet, aus einer einzigen Mischung sonderten sich unendlich viele Homöomere aus, indem ales in allem enthalten und ein jedes nach dem Überwiegenden charakterisiert sei, verdeutlicht er im ersten Buch seiner Physik, indem er gleich am Anfang sagt: „Zusammen waren alle Dinge, unbegrenzt, sowohl ihrer Ausdehnung als auch ihrer Kleinheit nach. Auch das Kleine war nämlich unbegrenzt. Und da sie alle zusammen waren, war infolge ihrer Kleinheit nichts deutlich erkennbar. Dunst und Luft, beide unbegrenzt, verdeckten nämlich alles. Denn sie befinden sich im All als die größten sowohl ihrer Menge als auch ihrer Ausdehnung nach.“
fr. A42: Nous-Lehre (Hippol., Ref. 1,8,1) [166]
 

Οὗτος ἔφη τὴν τοῦ παντὸς ἀρχὴν νοῦν καὶ ὕλην, τὸν μὲν νοῦν ποιοῦντα τὴν δὲ ὕλην γινομένην. Ὄντων γὰρ πάντων ὁμοῦ, νοῦς ἐπελθὼν διεκόσμησεν.
[Übersetzung]
Dieser sagte, dass die Archē von allem der Nous und die Hyle seien, wobei der Nous schafft und die Hyle entsteht. Während alles zugleich war, trat der Nous hinzu und ordnete es.
fr. B12: Nous-Lehre (Simpl., Phys. 164,24; 156,12) [162, 167]
 





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Τὰ μὲν ἄλλα παντὸς μοῖραν μετέχει, νοῦς δέ ἐστιν ἄπειρον καὶ αὐτοκρατὲς καὶ μέμεικται οὐδενὶ χρήματι, ἀλλὰ μόνος αὐτὸς ἐπ’ ἐωυτοῦ ἐστιν. Εἰ μὴ γὰρ ἐφ’ ἑαυτοῦ ἦν, ἀλλά τεῳ ἐμέμεικτο ἄλλῳ, μετεῖχεν ἂν ἁπάντων χρημάτων, εἰ ἐμέμεικτό τεῳ· ἐν παντὶ γὰρ παντὸς μοῖρα ἔνεστιν, ὥσπερ ἐν τοῖς πρόσθεν μοι λέλεκται· καὶ ἂν ἐκώλυεν αὐτὸν τὰ συμμεμειγμένα, ὥστε μηδενὸς χρήματος κρατεῖν ὁμοίως ὡς καὶ μόνον ἐόντα ἐφ’ ἑαυτοῦ. Ἔστι γὰρ λεπτότατόν τε πάντων χρημάτων καὶ καθαρώτατον, καὶ γνώμην γε περὶ παντὸς πᾶσαν ἴσχει καὶ ἰσχύει μέγιστον· καὶ ὅσα γε ψυχὴν ἔχει καὶ τὰ μείζω καὶ τὰ ἐλάσσω, πάντων νοῦς κρατεῖ. Καὶ τῆς περιχωρήσιος τῆς συμπάσης νοῦς ἐκράτησεν, ὥστε περιχωρῆσαι τὴν ἀρχήν. Καὶ πρῶτον ἀπό του σμικροῦ ἤρξατο περιχωρεῖν, ἐπὶ δὲ πλέον περιχωρεῖ, καὶ περι-χωρήσει ἐπὶ πλέον. Καὶ τὰ συμμισγόμενά τε καὶ ἀποκρινόμενα καὶ διακρινόμενα πάντα ἔγνω νοῦς. Καὶ ὁποῖα ἔμελλεν ἔσεσθαι καὶ ὁποῖα ἦν, ἅσσα νῦν μὴ ἔστι, καὶ ὅσα νῦν ἐστι καὶ ὁποῖα ἔσται, πάντα διεκόσμησε νοῦς, καὶ τὴν περιχώρησιν ταύτην, ἣν νῦν περιχωρέει τά τε ἄστρα καὶ ὁ ἥλιος καὶ ἡ σελήνη καὶ ὁ ἀὴρ καὶ ὁ αἰθὴρ οἱ ἀποκρινόμενοι. Ἡ δὲ περιχώρησις αὐτὴ ἐποίησεν ἀποκρίνεσθαι. Καὶ ἀποκρίνεται ἀπό τε τοῦ ἀραιοῦ τὸ πυκνὸν καὶ ἀπὸ τοῦ ψυχροῦ τὸ θερμὸν καὶ ἀπὸ τοῦ ζοφεροῦ τὸ λαμπρὸν καὶ ἀπὸ τοῦ διεροῦ τὸ ξηρόν.
Μοῖραι δὲ πολλαὶ πολλῶν εἰσι. Παντάπασι δὲ οὐδὲν ἀποκρίνεται οὐδὲ διακρίνεται ἕτερον ἀπὸ τοῦ ἑτέρου πλὴν νοῦ. Νοῦς δὲ πᾶς ὅμοιός ἐστι καὶ ὁ μείζων καὶ ὁ ἐλάττων. Ἕτερον δὲ οὐδέν ἐστιν ὅμοιον οὐδενί, ἀλλ’ ὅτων πλεῖστα ἔνι, ταῦτα ἐνδη-λότατα ἓν ἕκαστόν ἐστι καὶ ἦν.
[Übersetzung]
„Das Übrige hat Anteil an allem, Geist aber ist etwas nicht durch Grenze Bestimmtes und Selbstherrliches und ist vermischt mit keinem Dinge, sondern ist allein, selbständig, für sich. Denn wenn er nicht für sich wäre, sondern vermischt mit irgend etwas anderem, so hätte er an allen Dingen teil, wenn er vermischt wäre mit irgend etwas. Denn in allem ist von allem ein Teil enthalten, wie ich im Vorigen gesagt habe; auch würden ihn die beigemischten Stoffe hindern, so daß er über kein Ding die Herrschaft in gleicher Weise ausüben könnte wie wenn er allein für sich ist. Denn er ist das feinste aller Dinge und das reinste und er besitzt von allem alle Kenntnis und hat die größte Kraft. Und was nur Seele hat, die größeren wie die kleineren Wesen, über alle hat der Geist die Herrschaft. Auch über die gesamte Umdrehung hat der Geist die Herrschaft angetreten, so daß er dieser Umdrehung den Anstoß gab. Und zuerst fing diese Umdrehung von einem gewissen kleinen Punkte an, die Umdrehung greift aber weiter und wird noch weiter greifen. Und das was sich da mischte und abschied und voneinander schied, alles erkannte der Geist. Und wie es werden sollte und wie es war, was jetzt nicht mehr ist, und alles was jetzt ist, und wie es sein wird, alles ordnete der Geist an, und auch diese Umdrehung, die jetzt vollführen die Gestirne, die Sonne, der Mond, der Dunst und der Äther, die sich abscheiden. Gerade diese Umdrehung aber bewirkte, daß sie sich abschieden. Und es scheidet sich vom Dünnen das Dichte, vom Kalten das Warme, vom Dunkeln das Helle, vom Feuchten das Trockene. Dabei sind der Teile viele von vielen Stoffen vorhanden. Vollständig aber scheidet sich nichts ab oder auseinander, das eine vom andern, nur der Geist. Geist aber ist allemal von gleicher Art, der größere wie der kleinere. Sonst aber ist nichts dem anderen gleichartig, sondern wovon am meisten in einem Dinge enthalten ist, dies als das deutlichst Erkennbare ist und war das eine Einzelding.“